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Ein Aushängeschild der Gemeinde Löwenstedt ...

...ist auch die Theatergruppe „Junge Lüüd ut Löwenstedt“ .

Durch vielfältige Darbietungen auf den Brettern , die die Welt bedeuten , hat sich die Theatergruppe überregional einen Namen gemacht . Und das mit plattdeutschem Theater !!! Selbstgeschriebene Stücke , Kabarett , Loriot auf platt , oder Mozarts Zauberflöte --- richtig gesagt : „ Een lütte verzauberte Fleut“ waren und sind Highlights aus einem ständig wechselnden Programm . Und wie der Name schon sagt : Junge Menschen sind hier kreativ – und beleben das Kulturleben in und um Löwenstedt , im gesamten Kreis Nordfriesland und auch über die Landesgrenzen hinaus . Und immer wieder steht die Plattdeutsche Sprache im Mittelpunkt .

  Natürlich sind auch Schauspieler/innen oder solche , die es werden wollen herzlich willkommen . 

Bei Fragen kann man sich gerne an den Vorstand wenden:

  1. Vorsitzende   :   Gesa Retzlaff   Tel.: 04843/917

2. Vorsitzende   :   Dörte Schilling  Tel.: 04843/2175

Kassenwartin :       Leila Jensen  / Schriftführerin :      Tanja Albertsen

Beisitzer/innen :     Nicole Albertsen , Sandra Kemper-Petersen , Steffen Ketelsen

  Wie alles begann, ... 

  An der Löwenstedter Bushaltestelle nahm es seinen Anfang .Sie war lange Zeit der Treffpunkt der Löwenstedter Dorfjugend. Schließlich baten die Jugendlichen 1981 die Gemeindevertretung, ihnen statt der zugigen Haltestelle einen Raum zur Verfügung zu stellen. Ganz unbürokratisch bekamen die jungen Leute einen Raum in der Schule. Sie griffen zu Pinsel und Farbe, um das Zimmer zu renovieren, die Möbel stifteten Löwenstedter  Bürger-der Jugendraum war fertig.

Hier traf sich nun die Dorfjugend, um zu klönen und zu spielen. Bier und andere alkoholisch Getränke waren tabu. Wer darauf nicht verzichten wollte , musste zur Bushaltestelle auswandern. Mit Gründung des Treffs begann auch die Theaterkarriere der „Jungen Lüüd ut Löwenstedt „ Als Dank an Gemeinde und Bürger gestalteten sie einenAbend mit plattdeutschen Sketchen, die beim Publikum hervorragend ankamen.

 Zum Erntefest ein Jahr später studierten die jungen Leute unter der Regie von Tilla Lorenzen wieder ein Stück ein, seitdem sind ihre Aufführungen aus dem Löwenstedter Dorfleben nicht mehr wegzudenken.

 Der Durchbruch kam 1986, als die „jungen Lüüd „ das Märchen „ De Fischer und sein Fruu „ einstudierten. Das zog Kreise : Landfrauen, Schulen und Vereine luden die Truppe ein. Der Erfolg war jedes mal sicher. Richtig gepackt hat das Bühnenfieber die 25 Jugendlichen  1993,als sie an einem Theatertreffen auf dem Jugendhof  Scheersberg teilnahmen.

 Als sie zum Scheersberg kamen, erinnerte sich Tilla Lorenzen, habe man zuerst nach dem Namen der Gruppe gefragt. „ Namen ? Namen haben wir keinen.Wir sind die jungen Leute aus Löwenstedt haben wir gesagt „ Der Name stand von diesem Augenblick an  fest : De junge Lüüd ut Löwenstedt. Dieser Name ist inzwischen zum Markenzeichen für tolles plattdeutsches Theater geworden.

 Der Grundsatz, nur Plattdeutsches auf die  Bühne zu bringen, birgt Probleme. Es ist schwierig, die richtigen Stücke zu finden .So wurden viele der gespielten Stücke von Tilla Lorenzen aus dem Hochdeutschen ins Plattdeutsche übertragen.

Die Köstüme entwirft die Truppe selbst, beim nähen hilft manchmal eine Schneiderin, ein Teil wird ausgeliehen. Auch die Kulissen pinseln die jungen Leute selbst.

„Ohne Musik sind manche Stücke nur die Hälfte wert,“ loben die Schauspieler die Zusammenarbeit mit dem Akkordeon-Club Viöl, der sie seit Jahren immer wieder mal begleitet.

In den ersten Jahren hatten die Theaterfreunde auf dem Boden der zum Dorfgemeinschaftshaus ausgebauten Kapelle eine Kostümkammer und im Erdgeschoss die Möglichkeit, regelmäßig zu proben .Die Kammer auf dem Boden war als bald zu klein .

Und als die Gemeinde ein neues Feuerwehrgerätehaus baute, bekamen die jungen Leute einen großen Fundusraum im Gerätehaus. Die Dorfbewohner unterstützen auf vielfältige Weise die Arbeit der Theatergruppe. Fahrt- und Arbeitskosten bestreiten "De junge Lüüd" aus eigner Tasche .Im Dorf meint man, dass fast jeder Jugendliche über kurz oder lang bei den Jungen Lüüd mitmacht

Die Löwenstedter Theatergruppe ist inzwischen zu einer „ Institution“ geworden und weit über die Ortsgrenzen bekannt. Am 2.November 1995 wurde ihr sogar „Der Niederdeutsche Literaturpreis der Stadt Kappeln“ verliehen.(siehe links)  Ein Zeitungsartikel in den Nordfriesischen Nachrichten vom 28.1.1989 schildert sehr anschaulich die Entwicklung dieser Gruppe. „An diesem Abend war vieles anders als sonst. Bühne und Saal waren größer als gewohnt, es kamen doppelt so viele Zuschauer. Am Ende strahlende Gesichter und Riesenfreude bei allen Beteiligten- De Jungen Lüüd ut Löwenstedt landeten einen großen Erfolg. 300 Zuschauer im Husum Hus waren von ihrem Stück“ König Drosselbart“ begeistert.“ Nee, der Erfolg war gar nicht unsere Absicht" , wehrte  Tilla Lorenzen, „die Mutter der Kompanie„ ab. Man habe nur Theater spielen wollen. Aber dass die 25 Jugendlichen einen Bühnenvolltreffer nach dem anderen landen würden, hatte keiner geahnt. Tilla Lorenzen ist 2004 leider viel zu früh verstorben, aber die Theaterbegeisterung von "De jungen Lüüd ut Löwenstedt" ist geblieben !